
EMBRACE
EMBRACE ist eine fotografische Plakatintervention im öffentlichen Raum, die sich mit der Umarmung als körperlicher, sozialer und politischer Geste auseinandersetzt.
Ausgangspunkt ist das ikonische Bild des „Bruderkusses“ von Michail Gorbatschow und Erich Honecker. Die Umarmung erscheint darin zugleich persönlich und politisch, vertraut und ritualisiert. Diese Vieldeutigkeit bildet den Ausgangspunkt des Projekts: Was lesen wir in eine Geste von Nähe hinein? Und was bedeutet Umarmung für uns?
Die konzeptionelle Idee stammt von Sarah Iris Mang und knüpft an ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Körper, Taktilität, Multisensorik und Inklusion an. Gemeinsam mit der Fotokünstlerin Christiane Spatt wird die körperliche Erfahrung der Umarmung in das Medium der Fotografie übersetzt.
Das Taktile wird visuell. Der Körper wird zum Bild. Nähe wird auf Distanz erfahrbar.
Ein weiterer Bestandteil der Arbeit ist die Darstellung des Wortes EMBRACE in Brailleschrift – einer Tastschrift, die Sarah Iris Mang in ihrer künstlerischen Praxis immer wieder verwendet und auch in Workshops vermittelt. Damit wird die visuelle Arbeit um eine taktile Ebene erweitert und die Frage nach unterschiedlichen Formen der Wahrnehmung unmittelbar in das Werk eingeschrieben.
Mit EMBRACE WHAT IS öffnet sich die Arbeit darüber hinaus zu einer Einladung, den gegenwärtigen Moment, sich selbst, andere und auch Widersprüche anzunehmen – ohne körperliche Nähe vorauszusetzen. Denn Nähe braucht Zustimmung und persönliche Grenzen.
2026 erstmals in der IntAkt Galerie Wien präsentiert, wird EMBRACE aus dem Ausstellungsraum in den öffentlichen Raum übertragen. Das Plakat wird zur Begegnungsfläche und die Umarmung zu einer Einladung: zu Verbundenheit, Wahrnehmung und einem neuen Blick auf Nähe.
EMBRACE lädt dazu ein, genauer hinzusehen, die eigene Wahrnehmung von Nähe, Körper und Verbundenheit zu hinterfragen – und sie vielleicht neu zu erfahren.


