
Wie nehmen wir die Welt wahr – und was verändert sich, wenn wir unsere Sinne erweitern?
Meine künstlerische Arbeit beschäftigt sich mit Wahrnehmung. Ich frage danach, wie wir über unseren Körper, unsere Sinne und unterschiedliche Formen der Kommunikation mit unserer Umwelt in Beziehung treten. Dabei interessiert mich besonders, was entsteht, wenn Kunst nicht nur betrachtet, sondern auch berührt, gehört, ertastet und körperlich erfahren werden kann.
Ausgangspunkt meiner Arbeit ist die Zeichnung. Linien, Formen und Strukturen entwickeln sich daraus weiter in skulpturale, textile, multisensorische und raumbezogene Arbeiten. Ich arbeite mit unterschiedlichen Materialien und Medien und verbinde analoge mit digitalen und interaktiven Formen. Mich interessiert das Dazwischen – zwischen Bild und Objekt, Sehen und Tasten, Kunst und Alltag, Wahrnehmung und Erfahrung.
Die Auseinandersetzung mit taktiler und multisensorischer Kunst führt mich unmittelbar zu Fragen der Inklusion. Ich verstehe Zugänglichkeit nicht als Zusatz, sondern als Möglichkeit, Kunst neu zu denken. Was passiert, wenn nicht das Sehen die Voraussetzung für eine Begegnung mit Kunst ist? Welche anderen Bilder entstehen, wenn wir unterschiedliche Formen der Wahrnehmung gleichwertig zulassen?
Dabei spielt für mich der Körper eine zentrale Rolle. Wahrnehmung ist nicht statisch: Gesundheit, Alter, Bewegung, körperliche und psychische Zustände verändern, wie wir unsere Umgebung erleben. Diese individuellen Erfahrungen interessieren mich ebenso wie die gemeinsamen Räume, die durch Kunst entstehen können.
Meine Arbeiten laden dazu ein, Wahrnehmung nicht als etwas Selbstverständliches zu betrachten, sondern als etwas Bewegliches, Persönliches und Verbindendes.
Kollaborationen und Austausch sind ein wesentlicher Teil meiner Praxis. In der Zusammenarbeit mit Institutionen, Künstler:innen, Kulturschaffenden und Expert:innen anderer Disziplinen entstehen neue Perspektiven und Formen des Denkens. Kunst wird dabei zum Experimentierfeld für Begegnung, Kommunikation und Teilhabe.
Ich möchte Kunst nicht nur sichtbar machen, sondern erfahrbar.