[:de]„Deer ancestors portrait“ lädt zum Verweilen ein. Helmuth Hickmann[:]

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1Blick. Jänner Ausstellung. Sarah Iris Mang.

Text: Helmuth Hickmann

„Deer ancestors portrait“ lädt zum Verweilen ein.

Ein Hochzeitskleid fließt in weißen Fäden aus dem 1Blick, hinaus auf die roten Adneter Marmorplatten des Vorhauses. Wie viele Menschen vor uns haben wohl diese Steine mit ihren Schritten glatt geschliffen?

Zahlreiche weißen Fäden umgarnen unsere Gedanken und locken die Aufmerksamkeit zurück auf das magisch, mystische Objekt von Sarah Iris Mang.

Eine überaus persönliche, private Arbeit, sehr weiblich und voll von verschlüsselter Symbolik und voll von Gegensätzen.
Ein kleiner, eher unauffällig positionierter goldener Schlüssel öffnet uns eine Traumwelt. Assoziationen mit Mythologien entstehen: Ambett, die weiße Frau. Cernunnos, keltischer Gott mit Hirschkopf. Schwarz und Weiß. Geburt und Tod. Männlich und weiblich. Lichtgeweih und weiße Spitzen.

Die Installation verzaubert und besticht durch Harmonie mit dem ungebenden Raum.

Helmuth Hickmann
Jänner 2017

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DEER ANCESTORS PORTRAIT

deer-ancestors-portrait-by-sarah-iris-mang-salzburg-2016-und-2017

Wandinstallation in den Raum gehend (Fäden); Hirschkopf in Gips/Spitzenkleid/Licht

Vernetzungen, Verbindungen, Verstrickungen und vielleicht sogar Wegweiser (man denke etwa an den Faden der Adriane, mittels dessen Theseus aus dem Labyrinth herausgelangte) können die Fäden symbolisieren: zu den Ahnen, zu Begegnungen die tagtäglich stattfinden, zum eigenen Weltbild, zu der Welt um einen herum – die Fäden lassen sich individuell weiterspinnen, je nachdem wo man selbst gerade im Leben wandelt. Kleider stehen für Prozesse des Lebens: man trägt sie, legt sie ab oder sie passen nicht mehr. Der Hirsch ist ein immer wiederkehrendes Element in Sarah Iris Mangs Arbeit – das Geweih ist erleuchtet. Im Rahmen des Jahresthemas »magicon – magic icon« wurde der Installation ein magic Icon hinzugefügt, das es zu entdecken gilt.

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