Texte zu den Arbeiten von Sarah Iris Mang

Franz Stelzhamer steht plötzlich auf dem Kopf

Ausstellung: Sarah Iris Mang in der Leondinger 44er Galerie zum Thema “Hoamatland”.

Text: Peter Grubmüller

Sarah Iris Mang sagt, sie habe den Text der oberösterreichischen Landeshymne noch einmal genau studiert, ehe sie sich mit Freunden (Marcus Langhammer, Barbara Klampfl, Gertraud Klemm, Christl Leitner, Richard Winkler, Markus Kircher) über eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Begriff “Hoamatland” hergemacht hat. Die Ergebnisse sind bis 30. Oktober in der 44er-Galerie in Leonding zu sehen.

Die 1979 in Wien geborene und in Hof (Gemeinde Pattigham) im Innviertel aufgewachsene Künstlerin ergänzte die “Hoamatland”-Strophen mit zeichnerischer Fertigkeit. Es sind keineswegs Illustrationen der Dichtung, sondern erhellende, entlarvende, verinnerlichende Text-Bild-Kombinationen. Auf einer davon hat sie ein Porträt Stelzhamers schlicht auf den Kopf gestellt. Schwarze Wollfäden laufen wie dunkles Blut am unteren Ende der Arbeiten in die Raummitte. Sie verheddern sich ineinander und verbinden die Betrachter. Wie nebenbei ist eine Auswahl von Stelzhamers antisemitischen Schriften im Vorraum – gerade so, als sollte auch diese Seite des Heimatdichters nicht betont, aber auch nicht vergessen werden. Die Boot-Installation in einem abgedunkelten Nebenraum weist wie die Zitate von Mangs Interview-Partner im Stiegenaufgang darauf hin, dass nicht alle Menschen freiwillig ihre Heimat verlassen. In Tracht gekleidete Schneiderpuppen krönt sie mit bunt zusammengenähten Hirschköpfen (im Linzer Kunstmuseum Lentos zu kaufen).

Mang spürt Heimat als einen Weg, den man zu gehen hat – ihre Wegweiser in Leonding sind bemerkenswert.

Ausstellung: “Hoamatland” – Sarah Iris Mang & Friends, 44er Galerie in Leonding, bis 30. 10., Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 15–19 Uhr, Do 17–21 Uhr, So 10–16 Uhr, Tel: 0732/6878-8500.

Erschienen in den OÖN, am 5.9.2016

 

ZWISCHEN DEN SCHICHTEN ENTSTEHEN GESCHICHTEN

 Mag. Dieter Halama

 Gedanken zum Werk von Sarah Iris Mang

„Ich erzähle mit meinen künstlerischen Arbeiten gerne Geschichten“ sagt Sarah Iris Mang. Und in der Tat: ihre Kunstwerke erzählen Geschichten. Geschichten aus dem Leben. Meist sind die Protagonisten Menschen, manchmal auch Tiere, in der Serie „Mappe des Animalischen“ auch Mischformen zwischen beiden. Die erst jüngst entstandenen großformatigen Kohlezeichnungen zeigen Szenen aus dem Leben einer Mutter in ihren familiären Beziehungen: Die Schwangerschaft, der Säugling, das heranwachsende Kind mit seinen Eltern. Stets herrscht eine liebevolle, von Zuneigung und gegenseitiger Fürsorge geprägte Beziehung zwischen den Figuren. Ist diese Idylle das „animalische“? Oder bezieht sich der Titel doch auf die dargestellten Figuren, denn diese sind keine realen Menschen sondern Mischwesen: auf menschlichen Körpern sitzen freundlich dreinblickende Hirschköpfe mit imposanten Geweihen. Sind es nun Menschen mit Tierköpfen, oder Tiere mit Menschenkörpern, sind sie vielleicht nur maskiert oder real – die Interpretation der Geschichte bleibt dem Betrachter überlassen.

In manchen der dargestellten Figuren sind unschwer ihre klassischen Vorbilder zu erkennen. Sarah Iris Mangs fundierte künstlerische und kunsthistorische Ausbildung an der Wiener Akademie spiegelt sich nicht nur in Komposition und Gestaltung ihrer Werke wieder. Das intensive Studium altmeisterlicher Techniken lässt sich vor allem in ihren Porträts erkennen. Ob Menschen oder Tiere, ob in Öl, Pastell, Bleistift oder Kohle: stets wird eine Farbschicht über die andere gelegt, bis schließlich ein lebendige plastisch greifbare Figur entsteht, deren Empfindungen sich dem aufmerksamen Betrachter mitteilen.

Die in der traditionellen Technik des Pastells ausgeführten „Animals“ zeigen ausdruckstarke Tierporträts in teils kräftigen Farben, die oft durch ein zweites zumeist abstraktes Bild zum „Animals-Diptychon“ erweitert werden. Diese Diptychen erzeugen ein interessantes Spannungsfeld zwischen den expressiven und oft sehr nahsichtigen Hühner-, Affen-, Mäuse- oder Hundeköpfen und den zwar farblich angeglichenen, jedoch in der Gestaltung konträren abstrakten Teilen.

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In konsequenter Folge der Menschen- und Tierporträts entstanden zuletzt auch Pflanzendarstellungen. Hier experimentiert die Künstlerin mit unterschiedlichen Techniken. Die Pastelle werden nun mit Abdrücken von realen Pflanzenteilen im Hochdruckverfahren überarbeitet. Neben großen Formaten in kräftigen Farben entstehen auch reine schwarz-weiß-Blätter. Das schichtweise Übereinanderlegen von ornamentalen Pflanzenformen erzeugt neue Geschichten. Auch hier erweitert die Form des Diptychons nochmals Interpretationsmöglichkeiten.

Oft benutzt die Künstlerin den Schichtenaufbau ihrer Werke, um zu gänzlich neuen Erzählstrukturen zu kommen. Abrupte Wechsel zwischen den Bildinhalten, teils deckende, teils lasierende Farbaufträge und immer wieder das Einsetzen von Textfragmenten als Bildmotiv erzeugen Brüche und Zäsuren, die den Betrachter oft verwundern! Scheint es auf den ersten Blick so, als schriebe sie zuerst die Geschichte auf, die sie erzählen will, um danach in einer darüber gelegten zweiten Schichte die bildmäßigen Darstellung auszuformulieren, so ist es in Wirklichkeit umgekehrt: zuerst entsteht das Bild, das später durch Texte – oft zu aktuellen Themen Bezug nehmend – ergänzt wird.

Zwei

Dem Betrachter obliegt nun die Aufgabe, diese einzelnen Schichten zu trennen und zu deuten, wie ein Archäologe die Vergangenheit Schicht für Schicht freilegt und interpretiert, um damit das, was einmal war, für unsere Gegenwart verständlich zu machen.

Auch bei Sarah Iris Mang stellt die historische Komponente ein wichtiges Element ihrer Kunst da. In der Folge des Photoprojektes „Erinnerungen aus dem Jetzt“ auf die Orte ihrer eigenen Kindheit entstand das Hörbuch: „Fang mich – Kinderspiele einst und jetzt“, indem sie Menschen zwischen 50 und 100 Jahren zu den Spielen ihrer Kindheit befragte.

In den letzten Jahren – sie ist inzwischen selbst Mutter – rückt das Thema Frau-Mutter-Kind immer mehr in den Vordergrund ihrer Arbeiten. Neben den Zeichnungen, Pastellen und Ölbildern sind es nun auch Kleinplastiken aus Holz und Ton, die sich diesem Themenkreis widmen. Auch hier lässt sich in den jüngsten Arbeiten der Schichtenaufbau erkennen: ein Holzscheit, grob mit der Axt vom Stamm gespalten, wird mit künstlerischen Mitteln weiterbearbeitet, mit Farbe und Tonapplikationen zu einer menschlichen Figur mit fröhlichen Gesichtszügen umgestaltet.

Auch in ihren graphischen Werken haben die Protagonisten in letzter Zeit an Lebensfreude gewonnen. In ihrem vor einigen Jahren entstandenen Zyklus „Die andere Seite“ – mehr als 40 kleinformatige Tuschezeichnungen, dominieren von Angst, Alpträumen und existenziellen Krisen gequälten Kreaturen. Neben Goyas „Caprichos“ ist es vor allem der gleichnamige Roman Alfred Kubins – sein langjährige Wohnort Schloss Zwickledt ist nicht weit von Mangs Heimatstadt Ried im Innkreis entfernt –, der sie inspiriert hat. Diese leidenden Menschen sind nun in der zu Beginn dieses Aufsatzes erwähnten „Mappe des Animalischen“ durch fröhliche Tiermenschen ersetzt worden. Großformatige Darstellungen von glücklichen Familienkonstellationen erzeugen Heiterkeit und Leichtigkeit. Dieses Phänomen zeigt sich auch in den jüngsten Pastellen: die Farben werden heller, fröhlicher, transparenter – es scheint, als würde sich in den üppig sprießenden Pflanzen der Ausblick aus Sarah Iris Mangs Atelierfenster im Wienerwald wiederspiegeln.

Dieter Halama, 23. Jänner 2015

 

SARAH IRIS MANG – WERKBETRACHTUNG 2003-2006

Mag.a Marie Lene Kieberl

Das Werk von Sarah Iris Mang (SIM) ist gekennzeichnet durch die systematisch wiederkehrenden, eigentlich recht gegensätzlichen Phänomene der Wiederholung und des Bruchs. Auf den Wunsch der Künstlerin beginnen wir die Werkbetrachtung im Jahre 2003, wo für sie der Beginn einer kontinuierlichen künstlerischen Entwicklung zu verorten ist, auch wenn die vorhergehenden Arbeiten eine eigene Wichtigkeit besitzen – gewisse Themen sollten von da an immer wieder in ihren Arbeiten auftauchen.

Ein besonders einschneidendes Erlebnis in diesem Jahr war wohl die Sommerakademie in Salzburg, die sie aufgrund eines unter großer Konkurrenz errungenen Stipendiums absolvieren konnte – ihre „MeisterInnen“ dort, welche sie (auch nachher) tatkräftig unterstützen und ihr Selbstbild als Künstlerin prägten, waren Rona Pondick und Robert Feintuch. Von diesen beiden unterstützt und ermutigt, entstanden 2003 die sogenannten New Yorker Bilder, welche der Bewerbung an der Skowhegan School of Painting andSculpture dienten

.DSCN0245 (Small)  Miss Hermine Silberbauer, 242 x 133 cm, 2003

Die sogenannten New Yorker Bilder: dies sind großformatige Kohlezeichnungen, die sich intensiv mit den Portraits von ihr bekannten Menschen auseinander setzten. Gearbeitet hat sie dabei mit Fotos. Von Portraits kann man hier jedoch nicht im traditionellen Sinn sprechen; auf einem Bild sind sie mehrmals, als Reihungen, angeordnet, teils jene einer bestimmten Person, teils auch verschiedene Personenportraits. Die Reihung ist für SIM eine Kunstsprache, welche die Bedeutung eines einzelnen Bildteiles verstärken kann.

Die Beschäftigung mit der Komposition erstarkt, nachdem sich die Künstlerin zuvor des längeren mit dem Interpretieren „alter Meister“ beschäftigt hatte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte SIM schon ein beachtliches Bildarchiv angelegt, aus dem sie für ihre Arbeiten schöpfte – in einer bestimmten Ordnung hatte sie dabei u.a. folgende Rubriken angelegt: Kunstgeschichte, Interieur, Comic, Society, Landschaft, Architektur und vieles andere mehr.

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Jelinek dichtet immer noch, Diptychon. 240 x 133 cm, 2004

Eine eigene Rubrik war jene der Glyptothek – Studien, die sie durch spezielle Kontakte in jener der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Sammlung von Steinbüsten, über welche die Akademie verfügt, hatte anfertigen können. Sie tauchten später immer wieder als Bildelemente auf.

Als Aufbewahrungsort für diesen Fundus diente ganz einfach ein großer Karton. Auf ihrer Jagd nach Material bediente sie sich eigens gekaufter Magazine ebenso wie ihr zufällig in die Hand geratender Printmedien, vom Leiner-Katalog bis zum Bezirksblatt. Diese Versatzstücke des sie umgebenden Alltags bildeten die Grundlage für neue Arbeiten, in thematischer wie formaler Hinsicht:Die nun entstehenden Arbeiten wirken sehr direkt, sind aus dem Bauch heraus gemalt, impulsiv, und stellen wenig Ansprüche auf durchgehende theoretische Fundierung – was ihr von einigen Seiten herbe Kritik einbrachte in Akademiekreisen. Inspiriert durch den japanischen Künstler Yoshitomo Nara und seine Figuren, stellt sich nun ein neuartiges Bildelement in SIMs Arbeiten ein, welches die weitere Entwicklung lange begleiten sollte: saramanga (ein schönes Wortspiel mit dem Namen der Künstlerin und den berühmten Comicfiguren), Teil- alter ego der Künstlerin und somit keine wirkliche „Person“, dient als Bild-Erzählerin; eine fiktive Ariadne, die uns den roten Faden durch das ebenso fiktive, labyrinthische Erzählgeflecht von SIMs Bildern legt. Zentral ist hierbei eine gewisse Asexualität, das Zwischenwesen, die Märchenhaftigkeit saramangas. Sie sollte in den folgenden Zyklen eine konstante Rolle spielen.

Einen Bruch stellt das Auslandssemester in Spanien dar: In Barcelona eröffnet sich der Künstlerin eine völlig neue Akademie-Situation, welche anfangs für Unsicherheiten sorgt. Anders als in Wien, trifft die Künstlerin hier vermehrt auf Unverständnis gegenüber ihrer grafischen Techniken und ihrer Thematik.

Davon angestachelt, organisiert sie sich nebst universitären Veranstaltungen einen regelrechten Lehrbetrieb (in Spanien traditionell weit mehr verankert als in Österreich) bei einem in der Pastelltechnik virtuosen Straßenmaler, Albert Tarrago. Dieser war Schüler bei Fernando Fernandez.

Selbstbildnis Selbstbildnis 55 x 40cm, 2004

Es brechen andere Zeiten an: im straffsten Werkstättenbetrieb fängt sie, von Tarrago penibel angeleitet, von vorne an mit dem Sehen und dem zu-Bild-Bringen. An sechs Wochentagen arbeitet sie im Künstlerviertel Grácia in Acht-Stunden-Tagen an der Perfektionierung dieser anspruchsvollen Technik, in welcher mit bis zu 8 Schichten u.a. die faszinierendsten Inkarnat- Darstellungen gelingen; diese rücken auch bald in den Mittelpunkt  SIMs Interesses: Die Darstellung verschiedener Stofflichkeiten bilden in dieser Zeit das Ziel ihrer Obsession.

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In einem Seminar setzt sie sich außerdem mit dem Comic-Zeichnen auseinander; der sanfte Zwang, dabei einen logisch strukturierten Bildablauf (mit Storyboard und Comicstrips) zu erzeugen, der für jede/n lesbar zu sein hat, lässt ihre Arbeit sehr profitieren und beeinflusst spätere Bilder.

Nach Detailausschnitten wie den Bildern batwoman oder yo en mi estudio wendet sie sich in Auseinandersetzung mit Lucian Freud, David Hockney und Jan Saudek den abuelas (Omas)zu: dies sind technisch ausgefeilte und nun weniger photorealistische Akte von älteren, teils ausladenden Frauenkörpern; wie Freud modelliert sie direkt in der Fläche, die Umsetzung ist etwas weniger akribisch als zuvor: Ein gänzlich anderes Bildsujet als die meisten anderen Akte, die vom Begehren leben, das sich auf die abgebildeten Objekte richtet (bei SIM u.a. die Stuhlmadonnen), sind diese Bilder ein ästhetischer Rippenstoß für den/die durchschnittliche/n Betrachter/in, darin eingeschlossen ein durchaus humoristisches Moment; eine eher ungefällige Optik, die beredt die Lust der Künstlerin beim Schaffensprozess erspüren lässt.

Ein weiterer neuer Schaffensabschnitt bringt 2005 eine Modellserie mit sich, welche in der neuerworbenen Technik ausgeführt werden sollen und eine „andere“ Interaktion zwischen KünstlerIn und Modell in sich tragen. Zentraler Gedanke ist, dass sich die Modelle (aus dem teils nahen Bekanntenkreis der Künstlerin) in den Prozess einbringen dürfen sollen, dazu aufgerufen sind, sich selbst zu inszenieren, mit persönlichen Insignien zu posieren u.ä.: dabei wird ein beinahe liturgisch anmutender Ablauf eingehalten.Es findet ein Einführungsgespräch statt, in dem entschieden wird, welche Accessoires verwendet, welche Posen eingenommen werden. Es handelt sich bei allen um eine Ganzkörperdarstellung in annähernder Lebensgröße – ein Format, das, wie sich herausstellen sollte, in der selbstgesetzten Zeit von 3 Monaten in dieser Technik unmöglich zu bewältigen war. Die Erfahrungen, die SIM in dieser Phase machte, waren extrem vor allem durch die große Intimität mit den Modellen, die teilweise entstand und keine Konzentration auf das vorliegende Bild mehr zuließ, die Künstlerin auch zunehmend zu absorbieren begann.

DSCN2979 (Small)                                                           DSCN2978 (Small)

Antipode und somit interessanter Punkt der Auseinandersetzung wurde aus dieser Situation heraus die Künstlerin Xenia Hausner durch ihre ganz konträre Arbeitsweise mit dem Modell.

Mit dem nahenden Diplom fließen neue Arbeitstechniken ein: in sehr offenem Gestus wird Farbspray verwendet, besonders Gold sticht oft heraus. Natürlich war auch hier Barcelona als eine Metropole der Graffiti-Kunst Prägestempel. Die Bilder sind großformatig, wirken rasant , flüchtig aufgetragen.

DSCN3630 (Small) Liveballmadonna

Ein altbekanntes Element wird nun zum steten Begleiter bei der Bildbetrachtung: der Filmstreifen.

In diesen Arbeiten geht es um mehr als darum, wie zuvor geschehen, inneren subjektiven Welten nachzugehen, sie zu illustrieren: sie stellen ein Bemühen dar, eine neue „Bildkommunikationsstruktur“ zu schaffen. Inwieweit muss eine Künstlerin die althergebrachten Kompositionsweisen zugunsten neuerer, eigener aufgeben?

Eine Innereienschau: was will sie, und wie will sie es kommunizieren?

Diese Fragestellungen kommen nie zu einem endgültigen, unveränderlichen Abschluss: Kunst ist für Mang ein Entdeckungsgang, ein Forschungsprozess.

Mittelfeldstürmerin und Liveballmadonna setzen sich in einer sehr freien künstlerischen Malweise mit Frauenrollen auseinander (vgl. dazu Cindy Sherman) – die Brutstube bildet eine Galerie berühmter Frauen, welche das Wohnzimmer der Künstlerin auf eindringliche Weise bevölkern. Schlagwörter wie Identifikation bzw. Repräsentanz drängen sich auf.

DSCN3632 (Small) Mittelfeldstürmerin

Dabei ist für Mang immer die eigene Rolle als Künstlerin, Frau, Teil einer (nicht gewählten) Familie, Teil einer Gesellschaft  und deren Einfluss auf sie selbst als Thema präsent. 2006 wandte sich Sarah Iris Mang dem Siebdruck zu.

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Siebdruck I-II

Interessant ist für sie die Suche nach einem „logischen Ordnungssystem“, geradlinig lesbar. Nicht von ungefähr sind es bei den Bildthemen vor allem Emotionen, die geordnet werden wollen.

Ihr neuestes Experimentierfeld ist – derweil noch im Kopflabor – der Film. Naheliegenderweise geht es SIM um eine Annäherung an das Phänomen Zeit, kein anderes Medium bietet sich hier wohl so an. Einzelbilder bekommen so im wahrsten Sinne des Wortes eine andere Dynamik…

 

Mag. a Marie Lene Kieberl, Oktober 2006